Fair ist nicht gleich Bio?

Hier versuchen wir etwas Klarheit in die zahlreichen Siegel zu bringen


Nachhaltige Mode?

Wie erkenne ich faire Mode?


Es gibt zahlreiche Gütesiegel und Zeichen, die für ökologische und/oder faire Kleidungsproduktion stehen. Diese Vielfalt ist allerdings für Verbraucher reichlich verwirrend. Wir wollen dir hier einen Überblick über international anerkannte Zertifizierungen und Siegel bieten, um dir deinen Einkauf zu erleichtern.

Weitere Informationen findest du auf den angegeben Webseiten. Du kannst uns auch gerne zu einzelnen Themen per Email kontaktieren.

Unsere Hersteller arbeiten mit verschiedenen Zertifikaten, diese sind auf der jeweiligen Herstellerseite angegeben.



Fairtrade Certified Cotton


Das unabhängige Faitrade-Siegel besagt, dass die Baumwolle in den damit gekennzeichneten Produkten nach den internationalen Fairtrade-Standards zertifiziert wurde.

Die Ziele des Fairtrade Certified Cotton Siegels sind,

  1. einen angemessenen Preis für die Produkte und Arbeit der Produzenten bezahlen zu können
  2. durch Prämien die Produzentenorganisationen die Möglichkeit haben in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur zu investieren und so nachhaltig die Lebenssituation vor Ort zu verbessern
  3. langfristige Handelsbeziehungen geknüpft werden und den Produzenten Einblick und Teilhabe am Weltmarkt ermöglicht werden.
  4. Mit Hilfe von klaren Mindestanforderungen garantiert wird dass Produktion wie auch Handel immer mit Blick auf Soziales, Ökonomie und Umwelt erfolgt.
  5. bei Bedarf den Produzentengruppen eine Vorfinanzierung ermöglicht wird





Global Organic Textile Standard


Der Global Organic Textile Standard (GOTS) verbindet ökologische und soziale Anforderungen aller Produktionsschritte bis hin zur Lieferung. Die Voraussetzung für die Verleihung des Zertifikats ist die transparente und verbindliche Zertifizierung eines jeden Partners in der Herstellungskette.

Der internationale Standard besagt, dass Naturtextilien biologisch, fair und schadstoffarm produziert werden. Der GOTS (Global Organic Textile Standard) legt weltweit verbindliche Anforderungen für jeden einzelnen Teil der textilen Herstellungskette fest. Diese Vorgaben helfen, die negativen Folgen der konventionellen Massenproduktion von Baumwolle entgegen zu wirken, sie fördern nachhaltige Landwirtschaft und bieten soziale Sicherheit.

Bei der Gewinnung der Rohbaumwolle spielt neben dem ökologischen auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Der Global Organic Textile Standard verbietet Kinderarbeit und definiert soziale Mindeststandards, die faire Arbeitsbedingungen und -löhne garantieren.


Bluesign Standard

 

Das bluesign-Siegel zeichnet Produkte aus, welche für die Gesundheit unbedenklich und maximal umwelt- und ressourcenschonend hergestellt wurden. Der unabhängige Standard orientiert sich an den international strengsten Regulierungen und Grenzwerten bezüglich Verbraucher- und Umweltschutz.

Er deckt die folgenden fünf Aspekte ab

  1. Konsumentenschutz
  2. Abwasser
  3. Abluft
  4. Arbeitssicherheit
  5. Ressourcenproduktivität

Das bluesign-Standard schafft Transparenz für die ganze textile Zulieferkette, ohne dabei Kompromisse bei Funktionalität, Qualität oder Design einzugehen. Die bluesign technologies ag wurde im Jahre 2000 in der Schweiz gegründet.


Ökotex


Der Oeko-Tex Standard ist von der Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie (Oeko-Tex) 1992 entwickelt worden. Die Idee war die Schaffung einer unabhängig geltenden Zertifizierung für gesundheitlich unbedenkliche Textilprodukte. Der OEKO-TEX Standard 100 zertifiziert textile Produkte aller Verarbeitungsstufen, konzentriert sich hier jedoch ausschließlich auf Schadstoffe in Textilien. Der OEKO-TEX Standard 1000 zertifiziert textile Produktionsbetriebe entlang der textilen Kette anhand bestimmter Umweltkriterien.

Der Öko-Tex Standard 100plus vereint die Anforderungen von Öko-Tex Standard 100 (Einhaltung von Schadstoff-Grenzwerten) und Öko-Tex Standard 1000 (umweltfreundliche Produktion, Abwasserentsorgung, Energieverbrauch).


GRS


GRS - Global Recycled Standard

Der Global Recycle Standard (GRS) wurde ursprünglich 2008 von Control Union Certifications entwickelt. Dieser wurde am 1. Januar 2011 an die Textile Exchange übergeben. Der GRS ist ein internationaler, freiwilliger, vollwertiger Produktstandard, der Anforderungen an die unabhängige Zertifizierung von Recyclingmaterialien, der Produktkette, von sozialen und umweltrelevanten Praktiken und chemischen Einschränkungen festschreibt.

Ziel des GRS ist die Definition von Anforderungen an eine korrekte Spezifikation von verwendeten Substanzen und Materialien sowie an korrekte Arbeitsbedingungen. Ferner sollen ökologische und chemische Risiken minimiert werden. Angesprochene Unternehmen sind in der Baumwollverarbeitung, Spinn-, Web-, Strick-, Färbe-, Druck- und Nähindustrie tätig.



Organic Content Standard (OCS)

Organic Content Standard (OCS)


Der Organic Content Standard 100 (OCS 100) und der Organic Content Standard blended (OCS blended) ermöglichen es Firmen den genauen Anteil an ökologischem Material in einer Ware zu erfassen und durch die Produktionskette weiter zu verfolgen. Der übergeordnete „Content Claim Standard“ definiert bei dem OCS unter anderem die Rückverfolgbarkeit von Waren sowie die Transparenz in der Produktionskette.

Im Gegensatz zum GOTS enthält OCS keine Anforderungen zu den verwendeten chemischen Zusatzstoffen und schließt keine Richtlinien zu Umweltmanagement und sozialer Verantwortung im Unternehmen mit ein. Je nach prozentualem Anteil des Bio-Materials in den zertifizierten Waren wird das Logo des OCS blended (min. 5% Bio- Material) oder das OCS 100 Logo (min. 95% Bio-Material bis 100% Bio- Material) verwendet.


Schwerpunkte des OCS


  • Ermittlung und Rückverfolgbarkeit des Bio-Materials im Produkt
  • Nutzen der von dritter Stelle verifizierten B2B Lieferkette
  • Transparente, beständige und umfassende unabhängige Bewertung und Verifizierung des Bio-Faser-Anteils

Fair Wear Foundation



Die Fair Wear Foundation (FWF) hat das Ziel die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie zu verbessern. Die Verarbeitung von Stoffen zu Textilprodukten, also die Konfektion ist der Fokus der FWF.

Es legt allerdings keine ökologischen Standards fest. FWF ist eine gemeinnützige Organisation, die von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Unternehmensverbänden gesteuert wird.